Donnerstag, 22. Dezember 2016

Dezember

"Dezember"
 von Erich Kästner



Das Jahr ward alt. Hat dünnes Haar.
Ist gar nicht sehr gesund.
Kennt seinen letzten Tag, das Jahr.
Kennt gar die letzte Stund.

Ist viel geschehn. Ward viel versäumt.
Ruht beides unterm Schnee.
Weiß liegt die Welt, wie hingeträumt.
Und Wehmut tut halt weh. 

Noch wächst der Mond. Noch schmilzt er hin.
Nichts bleibt. Und nichts vergeht.
Ist alles Wahn. Hat alles Sinn.
Nützt nichts, dass man's versteht. 

Und wieder stapft der Nikolaus
durch jeden Kindertraum.
Und wieder blüht in jedem Haus
der goldengrüne Baum. 

Warst auch ein Kind. Hast selbst gefühlt,
wie hold Christbäume blühn.
Hast nun den Weihnachtsmann gespielt
und glaubst nicht mehr an ihn. 

Bald trifft das Jahr der zwölfte Schlag.
Dann dröhnt das Erz und spricht:

"Das Jahr kennt seinen letzten Tag,
und du kennst deinen nicht."



(Erich Kästner)





Ein friedliches Weihnachtsfest
und 
einen guten Rutsch
ins Jahr 2017
wünscht euch
Jana

Kommentare:

  1. Liebe Jana,
    danke für das schöne Gedicht und die schönen Bilder!
    Ich wünsche Dir einen schönen Tag und wunderschöne, besinnliche, lichterfüllte und friedvolle Weihnachtstage!
    ♥ Allerliebste Grüße,Claudia ♥

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  2. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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Ich freue mich immer über eure freundlichen Kommentare.

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